Die Künstlerin Yamo Aydemir, geboren 1999 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin und Stuttgart. Sie studiert Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in den Klassen von Prof. Mariella Mosler und Prof. Ricarda Roggan. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Video, Installation, Fotografie, Text und raumbezogenen Arbeiten.
Aydemirs Arbeiten kreisen um Sprache, Zugehörigkeit, Herkunft und verkörperte Erinnerung. Aufgewachsen zwischen japanischen, türkischen und deutschen Einflüssen, untersucht sie fragile Zwischenräume, in denen Identität nicht als feste Form erscheint, sondern sich aus Erinnerungen, Gesten, Stimmen, Orten und Bildern zusammensetzt. Persönliche Erfahrungen werden dabei in poetische und oft stille Bildräume übersetzt.
In ihren Video- und Installationsarbeiten entstehen Situationen des Übergangs: Momente vor einer Entscheidung, vor einem Aufprall oder vor dem Verschwinden eines Bildes. Arbeiten wie Talking to God, Whalebone oder Borders of Hope beschäftigen sich mit familiären Erzählungen, Abwesenheit und den Spuren, die Landschaften und Räume im Körper hinterlassen.
Ihre Arbeiten wurden bereits in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungszusammenhängen gezeigt. Zu ausgewählten Stationen zählen unter anderem die Staatsgalerie Stuttgart, die Zilberman Galerie Berlin, die Inselgalerie Berlin, die BB Stiftung Stuttgart sowie der Czapski Palace in Warschau. 2023 absolvierte sie eine Regiehospitanz am Berliner Ensemble im Rahmen von WORX bei Alireza Daryanavard.
2025 wurde Yamo Aydemir mit dem Akademiepreis für die Arbeit Talking to God sowie mit dem Akademiepreis im Klassenkonzept der Klasse Mosler ausgezeichnet. Zudem erhielt sie das Deutschlandstipendium der Talentstiftung Henning Tögel und war Artist-in-Residence beim 13. Internationalen Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe.
Ihre Praxis versteht sich als fortlaufende Suche nach Formen für das Unsichtbare: für Erinnerung, Herkunft, Fragilität und für Zustände, die sich nicht vollständig festhalten lassen.
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